Stadtplaner empfehlen Umgestaltung verschiedener Treffpunkte in der Nelkenstadt –positive Resonanz
Tolle Stärken, aber auch manche Schwäche: Rund 60 Blomberger erfuhren am Mittwochabend viel über ihre Stadt. Und sie hatten einiges dazu zu sagen.
Blomberg. Wie berichtet, ist das Dortmunder Planungsbüro Junker und Kruse mit einem Konzept für die Stadtentwicklung betraut. Nachdem die Planer einen Entwurf bereits im Rathaus vorgestellt hatten, traten sie jetzt erstmals vor einen größeren Kreis, um ihre Gedanken über die Nelkenstadt zu erläutern. Dies war gleichzeitig der Auftakt für die Bürgerbeteiligung im Stadtentwicklungsprozess. "Sie müssen uns helfen, hinter die Ecken zu gucken", so der Appell der Planer.
Was auch immer die Planer vorschlagen, eines steht fest: Blech ist eine Größe, mit der sie rechnen müssen. Denn die Autos – ganz gleich ob fahrende oder parkende –spielen für das Stadtbild eine wichtige Rolle.
Das bekamen sie an diesem Abend deutlich zu hören, als es beispielsweise um den Pideritplatz ging. "Als reiner Parkplatz ist das in diesem schönen Ensemble von Burg, Altem Amtshaus und Rathaus vollkommen verschenkt", urteilte Dipl-ing. Rolf Junker. "Da gehen Sie schludrig mit einem Kleinod um." Dass der Platz eine Asphaltwüste ist, sahen die Zuhörer ein. "Aber wo sollen die Autos parken", wollten nicht nur Gustav Krull und Heiner Ewert wissen: "Der Platz ist als Parkplatz in der Innenstadt unerlässlich."
Das müsse kein Widerspruch sein, so Junker. Aber auch wenn der Grundkonflikt Auto-Altstadt sich nicht komplett lösen ließen, könne man Parkplätze durch Umgestaltung aufwerten. Im Übrigen müsse Blomberg auch an den Einfahrten von der B 1 zur Innenstadt mehr Flagge zeigen: "Auswärtige kommen eher bei Lidl an als in der Blomberger Innenstadt." Das Niederntor sei als Eingang zur Stadt unschlagbar, aber die anderen Eingänge müsste man deutlich aufwerten.
Für Knut Winkelmann ist ganz wichtig, dass bei den Planungen das Wörtchen "man" verschwinde: " Wer ist eigentlich dieser "man"? Es muss heißen: Ich mache, Du machst, wir machen." In den Planungen seien eine Menge Vorschläge, die sich prima auch für wenig Geld verwirklichen ließen.
So sieht es auch der Bürgermeister. "Wir werden nicht alles umsetzen können, aber ich sehe jetzt erst einmal keinen grundlegenden Widerspruch", sagte Klaus Geise. Um ihre eigenen Ideen und Wünsche einzubringen, haben die Blomberger jetzt noch drei Wochen bis Mitte März Zeit.Ansprechpartner ist unter anderem Harald Wagner vom Fachbereich Bauen. Ob dann für einzelne Projekte Workshops mit Bürgerbeteiligung stattfinden, müsse auch der Rücklauf zeigen.