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05.06.2009
Kalletal ist seine Bären los
Katja und Ida haben gestern ihre Reise nach Mecklenburg-Vorpommern angetreten

Eingeschlummert: Tierarzt Lothar Härtelt und Bärenwald-Cheftierpflegerin Sabine Steinmeier nutzen die Gelegenheit, die betäubte 14-jährigeIda zu untersuchen. Foto: Scherzer

Von Wolf Scherzer

Kalletal. Der Tierpark Kalletal hat keine Braunbären mehr. Igor ist bereits seit einer Woche weg, jetzt sind ihm Katja und Ida gefolgt: Beide haben im Bärenwald Müritz ihr neues Domizil gefunden. Gestern Nachmittag sind sie abgeholt worden.

"Vier Pfoten", eine "Stiftung für Tierschutz" mit Sitz in Hamburg, hat sich - wie berichtet - dafür eingesetzt, dass das Bärenschutzzentrum in Mecklenburg-Vorpommern die beiden Bären übernimmt. Sehr zur Freude von Georg Geenen, der seinen Tierpark bekanntlich verkaufen will. Und großen Wert auf die Feststellung legt, dass er keine Tiere verkauft, sondern abgibt: "In Müritz sind sie bestens aufgehoben." Die dortige Anlage ist fast acht Hektar groß und bietet laut der Hamburger Stiftung "Braunbären aus Gefangenschaft einen naturnahen Lebensraum".

Cheftierpflegerin des Bärenschutzzentrums ist Sabine Steinmeier, eine gebürtige Lipperin. "Ich stamme aus Heiden und war früher oft hier", sagte sie im Gespräch mit der LZ. Das sei noch zu Zeiten von Dr. Heinrich Stocksmeier, dem Gründer des Tierparks, gewesen, und sie fügte lachend hinzu: "Einmal habe ich mitgeholfen, entwischte Ziegen wieder einzufangen."

Größeren Kalibers sind die beiden Bären, mit denen sich Sabine Steinmeier und ihre Kollegen sowie das personell stark vertretene Team von "Vier Pfoten" - inklusive Kamerateam und Fotografin - gestern am frühen Abend auf den Weg nach Müritz machte. Zu ihnen gehören der Tierarzt Lothar Härtelt und seine Ehefrau Viola, die bereits am Mittwoch ins Kalletal kamen, mit ihrem Campingmobil auf dem Gelände übernachteten und sowohl dem Zustand der Bären als auch ihrer Unterbringung eine gute Note bescheinigten. Kritische Töne vernahm die LZ allerdings, als beide mit Patrick Boncourt, dem Bärenexperten von "Vier Pfoten", kurz vor Beginn der gestrigen Aktion sprachen. "Uns gefällt nicht, dass die Bären 17 Stunden lang in den Transportkäfigen bleiben sollen", wunderten sie sich; die reine Fahrzeit betrage doch nur etwa acht Stunden. "Sie sollten an die Tiere und nicht an die Medien denken", mahnte Lothar Härtelt. Mit Öffentlichkeitsarbeit scheint "Vier Pfoten" ohnehin Probleme zu haben, denn nach Auffassung der Stiftung hätte gestern auch die LZ nur sehr begrenzt Zeit zur Berichterstattung gehabt. "Kommen Sie um 15 Uhr, vorher wollen wir keine Presse haben", hatte Pressesprecherin Susanne von Pölnitz am Mittwoch wissen lassen.

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Dokument erstellt am 05.06.2009 um 00:10:02 Uhr


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