Tierpark-Verkauf nimmt Formen an – Zehn-Millionen-Euro-Investition für umweltpädagogische Erlebniswelt im Gespräch
Kalletal. Für die Zukunft des Tierparks Kalletal zeichnet sich nach Monaten der Ungewissheit offensichtlich eine Lösung ab. Im Gespräch ist ein umweltpädagogischer "Tier- und Erlebnispark Kalletal", den die in Baden-Württemberg sitzende Initiative KIT (Kreativität – Innovation – Tatendrang) umsetzen will.
"Das wird eine richtig gute Geschichte", ist Projektentwickler Uwe Rösch aus Heilbronn überzeugt. Es gebe einen "sehr interessierten und vom Konzept begeisterten" Investor, auch habe es bereits Gespräche mit Kalletals Bürgermeister Klaus Fritzemeier und der Zoo-AG der Universität Bielefeld gegeben. Geplant ist laut Rösch eine unter pädagogischen Gesichtspunkten zu sehende Erlebniswelt – zu Details wollten weder er noch Eigentümer Georg Geenen zum jetzigen Zeitpunkt etwas sagen.
Denn bis zu einer Realisierung müssen offensichtlich noch einige Klippen umschifft werden. Soll heißen: Angesichts der von Uwe Rösch angedeuteten rigorosen Umgestaltung des Geländes – nach LZ-Informationen ist eine Investitionssumme in Höhe von zehn Millionen Euro im Gespräch – werden auch die Behörden ein Wörtchen mitzusprechen haben.
Bekanntlich plant Georg Geenen schon länger, den 1995 erworbenen Tierpark wieder zu verkaufen. Sein Schwager Dr. Dirk Neumann, Fachtierarzt für Zoo- und Wildtiere, war Pächter der Einrichtung – obwohl der Pachtvertrag zum 31. Dezember vergangenen Jahres gekündigt ist, hat sich der 60-Jährige weiter um die Tiere gekümmert. "Doch jetzt ist Schluss. Irgendwann kann man nicht mehr, auch körperlich und mental", sagte Neumann am Mittwochnachmittag im Gespräch mit der LZ.
Ihm macht zu schaffen, offensichtlich nicht zu wissen, wie es um die Zukunft des Parks und vor allem der Tiere bestellt ist. Und das beschäftigt inzwischen auch Tierschützer in der Region, wie diverse in der LZ-Redaktion eingegangene Reaktionen deutlich machen – unter anderem wird die Frage aufgeworfen, ob der Panther in Bad Pyrmont überhaupt "vernünftig" untergebracht werden kann. Dazu gestern Vormittag Linus Kampe, der die Leitung des Privatzoos vor einigen Monaten übernommen hat und nach LZ-Informationen in der Kurstadt einen guten Ruf genießt: "Ich habe nur Tiere übernommen, die ich auch artgerecht unterbringen kann. Und der Panther bekommt ein etwa 120 Quadratmeter großes Gehege."