Von Stefan Backe
Die Stadtwerke Lemgo haben für ihr Laternen-Patent "dial4light" erstmals einen Preis erhalten. Absender: Die International Dark Sky Association, die weltweit gegen Lichtverschmutzung kämpft.
Lemgo. Derweil laufen im Hintergrund Gespräche mit der Stadt, wie "dial4light" auch in Lemgo eingesetzt werden kann. Wie berichtet, gibt es für das Stadtwerke-Patent bereits Anfragen aus aller Welt. Der Einsatz innerhalb der eigenen Kommune allerdings ist noch nicht in trockenen Tüchern. So hatte die Stadtverwaltung vor der Sitzung des Lemgoer Verkehrsausschusses am Mittwochabend einige Bedenken formuliert: Die eingesetzten Gasentladungslampen seien nicht für hohe Einsparpotenziale geeignet. Außerdem dauere es nach dem Einschalten zu lange, bis die Lampen die volle Lichtleistung böten.
Andreas Becker, Bereichsleiter der Stadtwerke, sieht dagegen durchaus eine effektive Einsatzchance für das innovative System, bei dem Bürger Straßenlaternen per Anruf für einige Minuten einschalten können. "Das ist natürlich nicht sinnvoll an stark frequentierten Straßen. Aber an Strecken, die selten genutzt werden, würde sich ,dial4light' auch in Lemgo rechnen. Wir prüfen derzeit geeignete Straßen", betonte Becker. Apropos Prüfen: Auf Antrag der CDU wurde im Verkehrsausschuss der Vorschlag der Verwaltung vertagt, die 4513 Laternen in Lemgo künftig pauschal noch eine Stunde eher auszuschalten (die LZ berichtete).
Diese Idee dürfte bei den Vertretern der International Dark Sky Association (IDA) große Zustimmung finden. Setzt sich die Initiative doch dafür ein, künstliches Licht im öffentlichen Raum sparsam und effektiv einzusetzen. So sei die Lichtverschmutzung nicht allein ein Problem von Astronomen, deren Sicht auf die Sterne dadurch beeinträchtigt werde. Lichtsmog führe bei vielen Menschen zu Gesundheitsbeeinträchtigungen. Nach Lemgo gekommen waren Dr. Andreas Hänel (IDA Deutschland) und Wim Schmidt (IDA Holland), um den Stadtwerken einen Preis zu überbringen, der jüngst im Rahmen eines europäischen IDA-Symposiums in Nordirland überreicht werden sollte. "Wir hätten den Preis gerne in Irland in Empfang genommen. Aber momentan sind wir durch die große Nachfrage stark eingespannt", entschuldigte sich "dial4light"-Verkaufsdirektor Bernd Klemme bei den jetzigen Überbringern. Dabei machte er keinen Hehl daraus, dass die Auszeichnung für die Stadtwerke sehr überraschend gekommen war: "Damit hatten wir nie gerechnet."
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