Kreis Lippe. Jetzt ist es amtlich: Kinder von acht lippischen Schulen kommen in den Genuss von kostenlosem Obst und Gemüse. Ab Mitte März sollen für alle jeweils 100 Gramm pro Tag bereit stehen.
"Pro Kreis sollten mindestens drei Städte ausgewählt werden. Da sind wir in Lippe ganz gut dabei", kommentiert Schulrat Wilfried Starke das Ergebnis. In Nordrhein-Westfalen hatten sich insgesamt 760 Grund- und Förderschulen für das Schulobstprogramm beworben, 355 wurden vom Land ausgewählt.
Darunter die Grundschule Schötmar/Wasserfuhr in Bad Salzuflen, der Grundschulverbund Ostschule/Brake und die Südschule (beide Lemgo), die Grundschule Lage, die Grundschule "Auf der Insel" in Augustdorf, die Detmolder Weerthschule, die Grundschule Süd in Leopoldshöhe und die Alexander-Zeiss-Schule in Schwalenberg.
Letztere hat die Nachricht mit Begeisterung aufgenommen. "Wir freuen uns natürlich riesig", sagt Rektorin Elke Jessen. Der Grund: Die Erziehung zur Gesundheit sei bereits seit einiger Zeit im Schulprogramm verankert. So sei die Ernährungspyramide nicht nur fester Bestandteil im Sachkunde-Unterricht, sondern es fänden in regelmäßigen Abständen auch Aktionen zum gesunden Frühstück statt.
"Es ist uns wichtig, dass die Kinder von Anfang an lernen, sich gesund zu ernähren. Und dass auch diejenigen einen Zugang finden, bei denen das Thema zu Hause nicht so groß geschrieben wird", erklärt Jessen. Den Erfolg ihrer Bewerbung erklärt sie sich auch durch das bisherige Engagement der Schule. Denn dies bildete neben sozialen Faktoren wie einer besonderen Bedarfslage und stukturellen Rahmenbedingungen an der Schule eine Voraussetzung, um für das Programm ausgewählt zu werden.
In Zukunft bekommet jedes Kind pro Tag 100 Gramm Obst – oder auch einmal Gemüse. Die Schulen können aus einer Liste von Lieferanten wählen, die das Landesministerium für Schulen und Weiterbildung sowie das Landesministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gemeinsam bereit gestellt hat und in der auch regionale Anbieter verzeichnet sind. Die nächstgelegenen befinden sich im Raum Minden, Lübbecke, Bad Oeynhausen Herford und Bielefeld.
Und auch für die Logistik vor Ort gibt es bereits Ideen. So soll in der Alexander-Zeiss-Schule ein zentraler Ausgabeplatz eingerichtet werden, an dem sich der Obstdienst der Klassen die Früchte pünktlich zum Schulfrühstück abholen kann. Begeleitet werden soll das Programm mit kleinen Projekten, zum Beispiel einem Besuch des Obsthofes.
Die Kosten für das Schulobstprogramm tragen das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union. Im Schuljahr 2009/10 stehen dafür insgesamt vier Millionen Euro zur Verfügung.