Horn-Bad Meinberg (jab). Der Anteil ist hoch: 29 Prozent aller Horn-Bad Meinberger sind über 60 Jahre alt - Tendenz steigend. Um die Angebote für Ältere und ihre Mitwirkung am gesellschaftlichen Leben zu erweitern, bewarb sich die Stadt für das bundesweite Modellprojekt "Aktiv im Alter" und sicherte sich als einzige lippische Kommune 10 000 Euro Förderung.
Das Modellprojekt wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend organisiert und soll es Frauen und Männern jenseits der 50 erleichtern, sich gesellschaftlich einzubringen. "Senioren sind kein Ballast. Sie können nur eine Bereicherung sein", sagt Hans-Werner Schönlau vom Fachbereich Bildung Ordnung und Soziales, der das Programm entdeckt und Horn-Bad Meinbergs Teilnahme maßgeblich vorangetrieben hat. Die Stadt war eine von insgesamt 391 Kommunen aus ganz Deutschland, die bei der zweiten Welle des Modellprojektes antraten. Zuschüsse gab es aber nur für 100 davon.
Dass Horn-Bad Meinberg schließlich ausgewählt wurde, sieht Bürgermeister Eberhard Block in der Motivation der Stadt begründet. "Wir haben schon jetzt viele Angebote für Ältere. Seit 1992 gibt es beispielsweise den Arbeitskreis ,Leben im Alter', dann sind da die Senioren-Uni und der Seniorenbeirat. Und wir haben 2007 eine Sozialraumkonferenz mit dem Themenfeld ,Gesundheit, Senioren und Menschen mit Behinderungen' durchgeführt", berichtet der Verwaltungschef.
Und damit nicht genug: Die Stadt sei bereit, noch stärker auf die Bedürfnisse der Älteren einzugehen. "Die Senioren sollen nicht abgeschieden leben, sondern mitten in der Gesellschaft stehen und sich nach Möglichkeit aktiv einbringen", findet Bürgermeister Block.
Die Fördergelder sollen dazu genutzt werden, den Stein ins Rollen zu bringen. "Ein Patentrezept gibt es nicht", erklärt Schönlau. Von der Kick-Off-Veranstaltung für die zweite Welle in Leipzig habe er jedoch einige Anregungen mitgenommen. So könne es beispielsweise Informationsveranstaltungen, ein Bürgerforum oder auch eine Fragebogenaktion zu den Bedürfnissen der älteren Mitbürger geben. Auch eine Wunschbox soll bald an einem zentralen Punkt aufgestellt werden.
"Denkbar wäre zum Beispiel eine stärkere Verzahnung bei der Betreuung von Kindern, eine Art Oma-Opa-Projekt", beschreibt Schönlau eine seiner eigenen Ideen. Letztendlich komme es natürlich darauf an, was gewünscht werde. Die Federführung solle nun der Seniorenbeirat übernehmen. Die Umsetzung könne jedoch erst nach den Vorstandswahlen im August erfolgen.
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