Im Auftrag der Stadt ist das Radverkehrskonzept überarbeitet worden. Nun steht auch ein Maßnahmenpaket zur Umsetzung bereit. Nur zu bezahlen ist es nicht.
Detmold. "Wir führen hier eigentlich eine Phantomdiskussion", betonte CDU-Ratsherr Wilhelm Mellies zur Radl-Debatte um die so genannten Velorouten. Diese sollen laut Konzept des Gutachterbüros Planungsgemeinschaft Verkehr (PGV) als Hauptverbindungen des Radverkehrs in Detmold von den Ortsteilen in die Stadt verlaufen. Vier oder fünf Pisten sollten konsequent ausgebaut werden und ein attraktives Angebot für die Radfahrer darstellen. Und diese Herangehensweise macht den größten Unterschied zur früheren Planung eines Radverkehrskonzeptes aus: Es geht nicht mehr um die Verbesserung einzelner Teilabschnitte, nicht um Lückenschlüsse und Flicken.
Wirksame Radförderung könne jedoch nur möglich sein, schilderten im Tiefbauausschuss Rainer Dargel und Holger Müller von PGV, wenn Geld in die Hand genommen werde. Die Verwaltung hatte für das System der radialen Velorouten einen Kostenaufwand von 2,5 Millionen Euro ermittel:. Jährlich müssten dann für die Realisierung regelmäßig Haushaltsmittel von 200 000 Euro eingestellt werden.
Eine dieser Velorouten hatten die Planer vor dem Ausschuss exemplarisch beleuchtet. Für Bündnis 90/Die Grünen verwies Birgit Reher darauf: "Mir geht das alles nicht weit genug.. Es fehlen uns viele Infos, und für ein sinnvolles Radwegenetz kommt es auf das Schließen von Lücken an."
Hier musste sich die Grüne von Planern und Verwaltung eines besseren belehren lassen – denn heute wisse man, dass solche Vernetzungen von Lücken und entsprechende häppchenweise Abhilfe dem Radfahrer nichts bringen würden, einige gezielt und konsequent durchgebaute Routen hingegen schon. Die beiden Gutachter von PGV gaben sich außerdem überrascht und erstaunt über den angemahnten Informationsmangel: Das Maßnahmenprogramm und die Aktualisierung des von 1997 datierenden Radverkehrskonzeptes seien in mehreren Sitzungen in einer Facharbeitsgruppe Radverkehr diskutiert und abgestimmt worden. In dieser seien auch die Bezirksregierung, der Kreis, die Polizei und der ADFC Mitglied. Die Aussagen zu den Velorouten dürften daher eine gute Grundlage für die politische Diskussion und eine nachhaltige Förderung des Radverkehrs bilden.