Der Detmolder THW-Helfer Thorsten Meier ist gestern Morgen in das Erdbebengebiet von Haiti aufgebrochen. Meier soll für das Technische Hilfswerk die Lage erkunden.
Detmold. Als einer der ersten, wenn nicht gar als erster deutscher Helfer startete der Detmolder gestern Mittag von Frankfurt aus in die Erdbebenregion auf der Karibik-Insel. Der THW-Mann soll in Haiti die Lage sondieren und die internationale Hilfe koordinieren.
Was ihn in Haiti erwartet, wusste er gestern noch nicht. "Die UN, die dort eine Blauhelmmission haben, melden, dass es kaum noch Strukturen gibt, keinen Strom und kein Wasser", sagte Meier in einem Telefonat auf der Anfahrt zum Flughafen Frankfurt am Morgen. Er hat daher seine komplette persönliche THW-Ausrüstung dabei: unter anderem Schlafsack, Wasseraufbereitungsmittel, Kocher, GPS-Gerät und Notebook.
Der Detmolder ging davon aus, dass er allein unterwegs sein wird. Erster Anlaufpunkt werde die Deutsche Botschaft sein, aber wo Meier unterkommen wird, ist noch ungewiss. "Wichtig ist, erst einmal ein Koordinationszentrum für die Hilfe zu schaffen, viele Staaten mobilisieren jetzt Teams", sagte er. Auch die UN und die EU schickten Helfer, teilte er weiter mit.
Thorsten Meier ist einer von gut 150 Koordinations- und Erkundungsexperten, die die EU für internationale Hilfe ausgebildet hat. In dieser Funktion war Meier bereits beim großen Erdbeben in China im jahr 2008 und im vergangenen Jahr bei einer Flutkatastrophe in Namibia im Einsatz. Ob er letztlich für das THW, die Europäische Union oder die Vereinten Nationen in Haiti arbeiten wird, wusste er gestern noch nicht. Entsprechend hat er neben der THW-Ausrüstung auch die Ausstattung und Kleidung der EU und der UN dabei und sich darauf eingerichtet, mindestens 14 Tage in Haiti zu verbringen.
Das THW werde noch ein Bergungsteam in die Erdbebenregion schicken, sagte er. Weitere Helfer aus Lippe seien daran aber voraussichtlich nicht beteiligt. Neben Meier ist noch ein weiterer Detmolder THW-Helfer im Auslandseinsatz: Oliver Charles, der ins Flutgebiet von Albanien entsandt worden war, soll am Samstag zurück kommen.
Der Staat Haiti liegt auf der Karibik-Insel Hispaniola und gilt als eines der ärmsten Länder der Erde. Das Erdbeben am Dienstagabend mitteleuropäischer Zeit ereignete, erreichte eine Stärke von 7,0 und soll viele Gebäude in der Hauptstadt Port-au-Prince zerstört haben.