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25.05.2009
In der Hauptrolle: Hermann
Filmemacher und Archäologe beleuchten das Geschichtsbild, das Filme zur Varusschlacht vermitteln

Arminius im Blick: Der Hamburger Filmemacher Thomas Tode sprach im Landesmuseum über filmische Deutungen der Varusschlacht. Foto: Beckschäfer

Detmold (abe). Welches Geschichtsbild vermitteln uns Spielfilme und Dokumentationen zur Varusschlacht? Mit dieser Frage befassten sich im Landesmuseum der Filmemacher Thomas Tode und der Archäologe Tom Stern. Gemeinsam zeigten sie Filmmaterial aus etwa 20 Filmen, die zwischen 1912 und 2009 zu diesem Thema entstanden sind.

Neben Hermann, dem ersten deutschen Helden, und dem römischen Feldherrn Varus machten Stern und Tode in den filmischen Darstellungen einen weiteren Hauptprotagonisten aus: Den Wald! "Die Bedeutung des Waldes als Ort der Schlacht wird in Filmen aus dramaturgischen Gründen gern übertrieben", stellte Stern fest. So nutzte auch die Propagandamaschinerie der Nationalsozialisten das Bild von der Natur, die sich gegen die bösen Eindringlinge aus Rom verschworen hatte und ließ die Feinde bildgewaltig im Moor versinken.

Tom Stern

Doch so undurchdringlich und strategisch bedeutsam, wie die Wälder im Film meist dargestellt werden, waren sie aus archäologischer Sicht eher nicht. Dass filmische Beiträge die Varusschlacht grundsätzlich verkürzen, simplifizieren und zuspitzen, war eine wenig überraschende Feststellung, doch es war durchaus interessant, dies anhand direkt aneinandergeschnittener Auszüge aus den unterschiedlichsten Filmen nachvollziehen zu können. Die wohl sachlichste und treffendste filmische Auseinandersetzung mit der Varusschlacht gelang den Referenten zufolge dem ehemaligen Monty Python-Comedian Terry Jones, dessen ironische BBC-Dokumentation "Wie die Barbaren wirklich waren" die komplexe und widersprüchliche Persönlichkeit des Arminius sehr differenziert nachzeichnet.

Das "Epizentrum der Hermanie" (Zitat aus einer Dokumentation), das Hermannsdenkmal, fehlt in keinem dokumentarischen Beitrag und wird, so Tode, "benutzt und gedeutet, wie es gerade zum jeweiligen Zeitgeist passte" - mal als das Symbol für übertriebenen deutschen Nationalismus, mal als touristisches Erkennungszeichen einer Region. Eher dem Anspruch, zu unterhalten statt aufzuklären, folgten hingegen der im Jahr 1924 entstandene und in Detmold uraufgeführte Stummfilm "Die Hermannsschlacht" und die erzählerisch etwas konfuse deutsch-italienisch-jugoslawische Co-Produktion "Die Schlacht im Teutoburger Wald" aus den 60-er Jahren. Unterhaltsam und informativ war hingegen der Vortrag der beiden Fachleute, der zugleich Auftakt einer Filmreihe im Landesmuseum war, in der unter anderem auch der satirische Kultfilm "Die Hermannsschlacht" aus dem Jahr 1995 gezeigt wird.

Dokumenten Information
Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2010
Dokument erstellt am 25.05.2009 um 00:10:01 Uhr

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