Die Ranzen sind gekauft, doch den passenden zu finden, war das kleinste Problem. Denn: Schulanfänger müssen ihre Kita bereits Ende Juli verlassen, und das ist für berufstätige Eltern ein echtes Dilemma.
Bad Salzuflen. Das Kindergartenjahr endet zum 31. Juli. Selbst wenn die Tageseinrichtung die Ferien über geöffnet hat, müssen die künftigen I-Dötze den Kindergarten fristgerecht verlassen. Für Familien, deren Kita in der ersten Ferienhälfte, also ab Mitte Juli schließt, bedeutet das gar eine Betreuungslücke von sechs Wochen, bis die Schule am 31. August startet.
"Offiziell beginnt die Schulpflicht zum 1. August," erklärt Gerd Detering vom Jugendamt das Dilemma mit der in diesem Jahr unglücklich liegenden Ferienzeit. "Mit dem Kindergartenjahr enden auch die Landesfördermittel, so dass wir die Schulanfänger schlichtweg in den Kitas nicht länger betreuen können." Die Stadt habe das Problem aber erkannt und nach Lösungen im Sinne der berufstätigen Eltern gesucht. Mit dem Deutschen Kinderschutzbund sei ein Kooperationspartner gefunden worden, der in den Ferien Betreuung speziell für die Schulanfänger anbiete. Auch bei anderen Ferienspielen könnten die Eltern ihre Kinder anmelden. Da hier die Nachfrage in der Vergangenheit aber deutlich höher als das Angebot war, ist es in der Praxis schwierig, für die Jüngsten einen Platz zu bekommen.
Detering ist sich dessen bewusst: "Wir werden das beobachten und gegebenenfalls prüfen, ob wir aufsatteln können."
Eine weitere Möglichkeit der Ferienbetreuung gibt es an den Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS). Eltern, die ihr Kind dort angemeldet haben, erhalten im Mai Nachricht, ob sie einen der begehrten Plätze ergattert haben. Die AWO ist an sechs Schulen in Bad Salzuflen Träger der OGS, und zumindest für sie gibt der zuständige Mitarbeiter Olaf Lomsché Entwarnung. "Wer einen Platz an der OGS erhalten hat, kann sein Kind bereits in den Sommerferien betreuen lassen, auch wenn es erst im Anschluss in die Schule kommt." Anmeldungen für die OGS-Ferienbetreuung seien auch im Mai problemlos möglich. "Das ist eine Serviceleistung, die wir im Sinne der Familien anbieten", so Lomsché. Eine Betreuungslücke sieht er bei den OGS-Viertklässlern, die auf die weiterführenden Schulen wechseln. "Auch für sie bietet die AWO in den Ferien bei Anfrage noch Betreuung an."